Kre-Aktive-November-Grüße 2020

St. Martin
Bildrechte: Hohmeier, Grunwald

Eigentlich wollten wir uns im November wieder im Seniorenkreis treffen und zwar zu einem Gottesdienst mit Abendmahl. Aufgrund der aktuellen Corona-Lage und der im Landkreis gestiegenen Infektionszahlen wurde dieses Treffen abgesagt. Auch wenn grundsätzlich in dieser Zeit Gottesdienste weiterhin möglich sind, ging es darum, die Hochrisikogruppe des Seniorenkreises keiner Infektionsgefahr auszusetzen. Die Gesundheit des Einzelnen geht vor! 

Um dem Seniorenkreis dennoch die Möglichkeit zu geben, sich mit etwas  auseinander zu setzen und vielleicht auch in Gedanken zusammen zu sein, hat unsere Diakonin Grunwald die Kre-Aktiven-Novembergrüße erstellt und sie ausgetragen. Dafür an dieser Stelle besonderen Dank, zeigt es doch auch, die Alten werden in diesen besonderen Zeiten nicht vergessen!
Auf der ersten Seite regt das Bild zum Ausmalen an. Es ist unschwer zu erkennen, dass es sich hier um St. Martin handelt. Doch wer war dieser Martin, wann hat er gelebt, was hat ein Soldat auf dem Deckblatt zu suchen?

 

Christen feiern am 11. November Sankt Martin als Schutzpatron der Armen. Nach der Reformation blieb der Martinstag auch in protestantischen Gebieten erhalten. Die Verehrung des Heiligen wurde dort auf den an einem 10. November geborenen Martin Luther übertragen. Der Reformator (1483-1546) wurde am Martinstag getauft. Das Brauchtum zum 11. November ist mit Laternenumzug, Martinsritt und Martinsgans noch sehr lebendig. In diesem Jahr sind die Martinsumzüge abgesagt. Wir alle sind aufgerufen, am 11. Lichter ins Fenster zu stellen, um vorbei laufende Kinder, die sich trotz allem aufgemacht haben, erfreuen können. Ein Ausdruck, dass auch an sie in dieser besonderen Zeit gedacht wird!

Martin lebte im vierten Jahrhundert nach Christus. Geboren wurde er wahrscheinlich 316 oder 317. Im Jahr 397 starb er im hohen Alter und wurde in Tours beigesetzt. Als junger Mann trat er in die römische Armee ein. Die bekannteste Legende zu Sankt Martin spielt in dieser Zeit. So soll er einst im Winter einen armen Mann getroffen haben. Der Soldat Martin habe dem Bettler helfen wollen. Darum habe er seinen Mantel mit seinem Schwert in zwei Teile geschnitten und ein Stück dem frierenden Mann gegeben. Wenig später soll ihm Jesus im Traum erschienen sein und sich als der Bettler zu erkennen gegeben haben.

Der Erzählung nach ließ sich Martin danach christlich taufen, wurde Priester, lebte als Eremit und gründete Kloster. 372 wurde Martin schließlich zum Bischof von Tours geweiht. Martins Tat wurde zum Sinnbild der Barmherzigkeit und Nächstenliebe. Gerade diese Eigenschaften sollten auch heute wieder im Mittelpunkt von Gesellschaften stehen. Bald nach seinem Tod 397, wurde er heiliggesprochen. Die römisch-katholische Basilika „Saint-Martin de Tours“ wurde zu Ehren des Hl.Martin in Tour (Frankreich)  nach einem Entwurf des Architekten Victor Laloux, im romanisch-byzantinischen Stil erbaut. Baubeginn war im Jahre 1887, eingeweiht wurde die Basilika im Jahre 1925. In ihrer Krypta befindet sich das Grab des Heiligen St. Martin. Es ist bis heute eine bedeutende Wallfahrtsstätte.

Was hat St. Martin mit der Martinsgans zu tun?
Traditionell kommt am 11. November auch die Martinsgans auf den Tisch. Doch was hat das Federvieh mit dem Heiligen Martin zu tun? Dafür gibt es verschiedene mögliche Erklärungen. Zum einen soll sich Martin von Tours aus Bescheidenheit in einem Gänsestall versteckt haben, als er zum Bischof geweiht werden sollte. Das laute Geschnatter der Gänse verriet jedoch seinen Aufenthaltsort und er wurde entdeckt. Seit diesem Tag gilt Bischof Martin von Tours auch als Schutzpatron der Gänsezucht. Mit dem Martinstag am 11. November beginnt in Deutschland zudem traditionell die Saison der Gänseschlachtungen. 
Eine andere Herkunft des Festessens wird darin gesehen, dass am 11. November die 40-tägige vorweihnachtliche Fastenzeit beginnt, in der fettes Essen tabu ist. Überdies war der 11. November früher jener Termin, an dem die Bauern ihren Lehnherren die fällige Pacht zahlen mussten. Da im Mittelalter sehr oft Naturalien das Geld ersetzten, beglichen die Schuldner in vielen Fällen ihre Pacht mit einer Gans.

Die Rätsel auf den Folgeseiten sind schnell gelöst - zugegeben, bei Frage 5 dauerte es bei mir schon etwas länger, die Buchstaben zu passenden Wörtern neu zu ordnen - also nicht locker lassen, bleiben Sie Aktiv! (Man muss sich nur zu helfen wissen).

Wenn Sie die zwei Worte nicht so schnell finden, ist es spätestens jetzt Zeit, Wasser für die beigefügten Teebeutel aufzusetzen und sich zurückzulehnen. Vielleicht denken Sie an die Zeit zurück, wo Sie selbst, mit Kindern, oder auch Enkelkindern, mit Laterne und Gesang die Martins Umzüge begleitet haben. Vielleicht können Sie es auch in diesem Jahr wieder hören „ ... dort oben leuchten die Sterne und unten leuchten wir!“

Allen einen geruhsamen November - kommen Sie gut durch die dunkle Zeit, bleiben Sie gesund, im Vertrauen auf Gott!