Die Jahreslosung 2026

Janhreslosung 2026
Bildrechte Hohmeier

Wir wünschen allen ein gutes neues Jahr, mit Zuversicht, Glück, Gesundheit und Gottes Segen. Schön, dass Sie hier auf unserer Homepage sind!

Sie haben sich sicherlich schon mit der Jahreslosung beschäftigt, im CKA, im Gottesdienst, in den neuen Medien, vielleicht auch in Stunden der Ruhe und Besinnung.
Aber wurde schon alles gesagt? Vielleicht kann ich ihnen heute noch ein paar Aspekte näher bringen. Die Jahreslosung soll uns immerhin durch das gesamte Jahr tragen und das liegt ja erst noch vor uns. Die Jahreslosung 2026 lautet:

Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu! Offenbarung 21,5 (L)

Ich habe die Stelle mal in der Bibel herausgesucht, um zu schauen, was steht denn davor und dahinter. In welchem Kontext steht die Jahreslosung? 

 Dort heißt es: „Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr. 2 Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. 3 Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker[1] sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; 4 und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. 5 Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er spricht: Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss!“

Wie kommt diese Aussage bei Ihnen an? Wie oft haben wohl Christliche Gemeinschaften auf die Einlösung der Prophezeiung gewartet?! Gibt sie uns Gewissheit, dass alles wieder besser wird? Doch - wann wird das sein? Heißt neu für uns auch besser? Es hört sich sicher so an. Oder sind wir vielleicht auch etwas skeptisch, dass alles neu sein wird. Finden wir uns da dann überhaupt noch zurecht. Beim Vorbereiten von ein paar Gedanken zur Jahreslosung musste ich unwillkürlich an die Senioren aus unserem Kreis denken, die im letzten Jahr den Weg ins Altersheim gegangen sind. War nicht für sie auch mit einem Mal alles neu? Verlassen des gewohnten Umfeldes, der Wohnung, der Nachbarn, Verlassen des eigenen Tagesrhytmusses. Trennen von lang gehegten Erinnerungsstücken? Muss das nicht auch Unsicherheit im Neuen bedeuten? Auf der anderen Seite war es ein Schritt in die Gewissheit, dass egal was passiert, man sich geborgen fühlen kann, weil immer jemand da ist, immer jemand bereit ist zu helfen, man nicht alleine ist und so mit Zuversicht in die eigene Zukunft sehen kann, auch wenn es gefühlt mit Kraft und Geist bergab geht. Oftmals sind es die kleinen Gesten und Handreichungen, die Mut machen, Lebensmut vermitteln, die Geborgenheit bedeuten. 

Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!

Im letzten Buch der Bibel lässt uns Johannes an seinem prophetischen Blick Voraus teilhaben, der ihm auf der Insel Patmos offenbart wurde. Dorthin war er wegen seines Bekenntnisses zu Jesus Christus von der römischen Staatsmacht verbannt worden. Johannes schrieb „die Offenbarung“ an die sieben kleinasiatischen  christlichen Gemeinden. In der Provinz Asia war der Kaiserkult eingeführt und durchgesetzt worden. Der Kaiser nahm göttliche Verehrung für sich in Anspruch, die in dem Ruf gipfelte: „Der Kaiser ist Gott!“

So ist die Offenbarung des Johannes zum einen ein mutiges und strahlendes Bekenntnis zu Jesus Christus, zum anderen ein warnendes und zugleich seelsorgliches Schreiben an die verunsicherten Gemeinden. Vielleicht auch so etwas wie „Haltet durch, bis die Prophezeiung wahr wird.“
Dieser Gedanke der Erneuerung findet sich bereits schon im Alten Testament, wie in Jesaja 43,18-19, wo Gott ankündigt, einen neuen Weg zu bahnen und Altes hinter sich zu lassen. Es geht um die Verwandlung unseres Inneren durch Gottes Wort. Sie führt uns zu einem neuen Leben, und gibt Hoffnung auf eine vollkommene, neue Welt. 

Es ist heute schwieriger denn je zu ergründen, wer was wirklich gesagt hat. Und dann in einem nächsten Schritt: Halte ich die Person für glaubwürdig? Entsprechend: halte ich ihre Worte für glaubwürdig oder nicht? Wurden die Worte richtig aufgeschrieben, oder im Laufe der Jahre geändert, an Zeitgeist angepasst? Und wie so oft im Leben zweifeln wir an Aussagen, die wir nicht verstehen, oder nicht glauben können - eine vollkommene Welt.
Diese gewaltige Ansage im vorletzten Kapitel der Offenbarung lenkt den Blick der bedrängten Gemeinden auf Gott, dessen Worte lebendig und voller Schöpferkraft sind. Und das seit Anbeginn der Welt. Die ersten Verse der Bibel berichten: Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. (…) Und Gott sprach: Es werde… und es ward (…) Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. (1. Mose 1, 1u. 3 u. 31) Und … hört sich die Verheißung nicht auch wirklich gut an?

Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!

Die Bibel erklärt nicht, wie das geschieht – weder bei der Schöpfungsgeschichte noch am Ende der Bibel bei der Neuschöpfung. Es geschieht einfach. Schon damals, wie heute im Hier und Jetzt. Auch in mein Leben hinein. Nehme ich das überhaupt richtig wahr? Glaube ich daran? Es gibt Zeiten, da sind Gottes Worte für mich unklar und verschwommen. Oft kann ich nicht erkennen, wo und wie Gott handelt, und frage mich, wer hat auf unserer Erde das Sagen, und in wessen Händen liegt die eigentliche Macht? Oft entstehen in mir auch Zweifel: Was und an wen glaube ich angesichts vieler anderer Erklärungsmöglichkeiten für das, was um mich, in der Welt, aber auch in unserer Kirche geschieht? Mein Glaube an Gott, an sein aufgeschriebenes Bibel-Wort und sein Handeln gerät bei mir auch immer mal wieder ins Wanken, genau so, wie es auch in den Gemeinden geschah, an die Johannes sein Schreiben richtete.

Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!

Das übertrifft eigentlich unsere Vorstellungskraft. Wie soll das geschehen? An vielen Stellen der Bibel taucht „Siehe!“ auf: Für mich bedeutet das: Schau genau hin! Hier passiert etwas, was deiner oberflächlichen Wahrnehmung verborgen bleibt, wenn du nicht genau hinschaust. Die Jahreslosung beginnt mit dem Aufruf aufmerksam zu sein. Siehe! – schau hin, bleib stehen, richte deinen Blick neu aus. Gott lädt uns ein, nicht nur auf das zu schauen, was fehlt, verletzt, mißlungen oder zerbrochen ist, sondern auf das, was er tut. Schauen wir bei jeder neuen Nachricht, jeder neuen Regelung nicht sofort auf das Negative? 

Hoffnung beginnt oft damit, dass wir lernen, anders - genau - hinzusehen. Schauen wir mit Neugier und Mut auf das, was geschieht. Und gibt es in unserer Welt nicht vieles, was schon neu wird, was neu ist? Denken wir nur einmal an technische Entwicklungen, die immer schneller, immer komplexer werden. - uns z.B. schwere Arbeit abnehmen. Oft beginnt „Neues“ ja ganz leise. Nicht spektakulär, sondern im Alltag. Wer hinschaut, entdeckt es: Lauter kleine Zeichen, die Gottes Handschrift tragen. Sieh hin! Oftmals sind wir auch zu ungeduldig. Besagt nicht schon ein Sprichwort: Gut Ding will Weile haben? Überlegen Sie doch mal, was bei Ihnen selbst alles neu war im letzten Jahr! Und vielleicht gab es immer auch diese Momente, in denen ihnen klar wurde: Hier ist Gott. Er ist an meiner Seite. Gott sieht mich. Hier hat Gott mir geholfen. Und bei alle dem: Wer sagt uns eigentlich, wann Gott fertig ist mit dem „Alles neu machen“. Wir wissen es einfach nicht - vielleicht sind wir schon mittendrin mit unserer „Zeitenwende“. auch wenn wir es noch nicht wahrnehmen und uns auch garnicht vorstellen können.

Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!

Alles“ – nichts ist ausgeschlossen.
Gott spricht aber nicht von kleinen Korrekturen oder einzelnen Verbesserungen. Alles soll neu werden: Beziehungen, Denken, Hoffnungen. Gehört dazu vielleicht auch unsere  eigene Geschichte, auf die wir dann vielleicht anders schauen ? Sehen und beurteilen wir erlebtes anders, wenn wir genau drauf schauen, bewerten wir es mit neuem Blick neu? Auch unsere Brüche, Zweifel und offenen Fragen gehören zu diesem „Alles“. Es gibt scheinbar keinen Bereich unseres Lebens, der Gott gleichgültig wäre.

Und als Christen glauben wir ja auch, spätestens wenn wir sterben, Gott macht für uns im Jenseits alles neu. Doch wie das „Alles neu“ sein wird, ist uns noch verborgen. Johannes beschreibt es so: Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. (Offenbarung 21, 4)

Gottes Versprechen: „Siehe, ich mache alles neu!“ weitet meinen Blick und ermutigt mich, heute zuversichtlich und mit Mut und Hoffnung zu leben. Es entlässt mich nicht aus der Verantwortung für mein Leben und für die Welt im Jetzt. Aber es befreit mich von dem Druck, alles selbst perfekt machen zu müssen oder zu können. Und es hilft mir, dass ich der Angst vor den Mächtigen dieser Welt und allem Unfassbaren nicht schutzlos ausgeliefert bin. Mit meiner Hoffnung und der Zuversicht kann ich damit umgehen. Denn mein Glaube hilft mir dabei, dass wirklich alles Besser wird!  Oder besser werden kann. Weil das letzte Wort noch nicht gesprochen ist – das spricht Gott.

So ist „Ich mache alles neu“ keine Vertröstung, sondern eine Verheißung. Sie lädt ein, in das vor uns liegende Jahr mit Vertrauen zu schauen – nicht weil alles leicht oder auch neu wird, sondern weil Gott gegenwärtig ist und uns eine Zukunft schafft, jeden Tag, zusammen mit uns und auch durch uns. Gott will Neues schaffen – mit uns zusammen. Kein Wisch und Weg, Zack, alles neu – sondern: du bist mit dabei, du kannst Teil des Neuen sein. Dazu segne uns Gott mit offenen Augen, mit einem Herz voller Hoffnung und Mut und mit der Kraft, jeden Tag anzunehmen, mit der Verheißung auf etwas gutes Neues hin. 
Mit der Jahreslosung beschäftigen sich auch Musiker, die sie mit Text und Musik hinterlegen. Hierzu 3 Links mit Beispielen:

https://youtu.be/h4O3dPSKZBA?si=DoK8RN1ctkfA5pYg

https://youtu.be/ZEuNLlUuupk?si=F61vCcoufNpWNnogß

https://youtu.be/RvADkl8q1CM?si=sRoja9dECp1zEOui

Viel Freude und neue Gedanken mit der Jahreslosung und viel Erfolg im Neuen Jahr beim Entdecken des Neuen!

Manfred Hohmeier