Herzlich willkommen!

Liebe Gemeinde!

Die Losung für diesen Monat November 2026 steht bei Micha 4,3

„Er wird Recht schaffen zwischen den Nationen und viele Völker zurechtweisen. Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Lanzen zu Winzermessern. Sie erheben nicht das Schwert, Nation gegen Nation, und sie erlernen nicht mehr den Krieg.“

Lange habe ich überlegt, welche Worte und Gedanken sind geeignet, um die Losung in die heutige Zeit aktuell umzusetzen. Wie schaffe ich es, berufliche Prägung und den eigenen christlichen Glauben in Einklang zu bringen, ohne den Vorwurf zu erwecken, ich sei nicht neutral genug.

Die Losung, vor langer Zeit nieder geschrieben, ist erschreckend aktuell und passt sehr gut in unsere Zeit. Wir leben in einer Welt, in der Nachrichten von Krieg, Gewalt und Streit unseren Alltag prägen. Nationen rüsten auf, Menschen bekämpfen einander, und oft scheint Frieden kaum mehr möglich zu sein. Einige sprechen gar davon, ein 3. Weltkrieg scheint unumgänglich. Gerade auch die Bilder in den Nachrichten von den Plünderungen am Rande der aktuellen Demonstrationen führen uns deutlich vor Augen, wie hasserfüllt und gewaltbereit manche Menschen sind.

Mitten in diese Wirklichkeit spricht der Prophet Micha eine erstaunliche Verheißung: Es wird eine Zeit kommen, in der Menschen ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Lanzen zu Winzermessern umschmieden. Was für ein kraftvolles Bild!

Schwerter, die einst dazu dienten, Leben zu zerstören, werden zu Werkzeugen, die Leben ermöglichen. Aus Waffen werden Geräte, mit denen Felder bestellt und Nahrung hervorgebracht wird. Die Hände, die einst Krieg führten, werden zu Händen, die säen und ernten. Menschen die einander mit Hass begegnen werden zu hilfsbereiten und fürsorglichen Individuen.

Gott verheißt nicht nur das Ende des Krieges. Er verheißt eine völlig neue Art des Zusammenlebens. Das ist ein bewegender Gedanke und scheint uns unerreichbar.

Der Text beginnt mit den Worten: „Er wird Recht schaffen zwischen den Nationen.“

Der Frieden, von dem Micha spricht, ist mehr als die Abwesenheit von Kämpfen. Er gründet auf gegenseitige Achtung und Gerechtigkeit. Wo Menschen unterdrückt, ausgebeutet oder ungerecht behandelt werden, kann echter Friede nicht wachsen. Und viele Menschen fühlen sich ungerecht behandelt, nicht nur hier in Deutschland. Und das ist sicherlich nicht nur ein subjektiver Eindruck. Die Gesellschaften driften immer mehr auseinander. Populisten gewinnen in vielen Bereichen die Oberhand.

Da verkündet uns Micha, Gott sieht das Unrecht. Er überlässt die Welt nicht für immer der Gewalt und der Willkür der Mächtigen. Seine Gerechtigkeit schafft Raum für Versöhnung und neues Leben. Hört sich das nicht gut an? Können wir darauf nicht unsere Hoffnung auf eine bessere Zukunft gründen?

Auch in unserem persönlichen Umfeld gilt: Frieden entsteht nicht dadurch, dass wir Konflikte einfach übergehen. Manchmal braucht es ein ehrliches Gespräch, die Bereitschaft zur Vergebung, aber auch den Mut, Unrecht beim Namen zu nennen.

Gott ruft uns dazu auf, Frieden zu suchen, der auf Wahrheit und Gerechtigkeit für alle gründet.

Das Bild der umgeschmiedeten Waffen erinnert uns daran, dass Gott Veränderung möglich macht. Und wir müssen uns auf die Grundlagen unseres christlichen Glaubens zurück besinnen, diese nicht nur vor uns hertragen, sondern auch im täglichen Allerlei beherzigen.

Vielleicht tragen auch wir kleine „Schwerter“ in uns: verletzende Worte, alte Vorwürfe, Bitterkeit oder den Wunsch, immer Recht behalten zu müssen.

Wie anders könnte unser Miteinander aussehen, wenn wir diese Dinge in Gottes Hände legen würden!

Ein scharfes Wort könnte durch ein ermutigendes ersetzt werden. Aus einem Vorwurf könnte eine Frage werden. Aus Ablehnung könnte Verständnis wachsen.

Das bedeutet nicht, dass wir alles gutheißen oder jede Verletzung vergessen müssen. Aber wir dürfen Gott zutrauen, dass er selbst verhärtete Herzen verändern kann. Es fällt uns angesichts der aktuellen Ereignisse schwer, dieses in voller Überzeugung zu glauben.

Auch da, wo wir nur Zerstörung sehen, kann Gott einen neuen Anfang schaffen.

Frieden ist Gottes Zukunft – und unser Auftrag in dieser bewegten Zeit.

Micha beschreibt eine Zeit, in der die Völker nicht mehr lernen, Krieg zu führen.

Diese Verheißung weist über unsere gegenwärtige Welt hinaus. Wir können Gottes vollkommenen Frieden nicht selbst herstellen. Aber wir dürfen schon heute nach seinen Maßstäben leben. Aber sind wir dazu in der Lage, sind wir dazu schon fähig und bereit?

Jeder Schritt der Versöhnung ist ein Zeichen dieser Hoffnung. Jede ausgestreckte Hand, jedes friedliche Wort und jede Entscheidung gegen Hass lässt etwas von Gottes Zukunft sichtbar werden.

Wir müssen nicht warten, bis die ganze Welt friedlich ist, um selbst Friedensstifter zu werden.

Jesus sagt in Matthäus 5,9:

„Glückselig sind die Friedensstifter, denn sie werden Söhne Gottes heißen.“

Darum lassen Sie uns fragen, wo gibt es Unfrieden in meinem eigenen Wirkungskreis und wie können wir dem begegnen? Wo gibt es in meinem Leben gerade Streit oder Unfrieden? Welche „Waffen“ trage ich vielleicht in meinem eigenen Herzen?

Wo kann ich vielleicht schon heute einen konkreten Schritt zur Versöhnung tun?

Vertraue ich darauf, dass Gottes Frieden stärker ist als die Gewalt dieser Welt?

Gott verheißt eine Zukunft, in der aus Waffen Werkzeuge des Lebens werden. Schon heute dürfen wir damit beginnen, unsere Worte, Entscheidungen und Beziehungen in Werkzeuge des Friedens verwandeln zu lassen.


 

Vielleicht binden wir die Gedanken in unser Gebet ein:

Herr, unser Gott,

wir sehnen uns nach einer Welt, in der niemand mehr Krieg führen muss, in der Menschen einander nicht verletzen und Gerechtigkeit herrscht. Danke, dass du uns diese Zukunft verheißt.

Bitte verwandle auch unsere Herzen. Schmiede unsere harten Worte zu Worten der Liebe um, unsere Vorwürfe zu Verständnis und unsere Gleichgültigkeit zu tätiger Nächstenliebe.

Schenke uns den Mut, Frieden zu suchen, wo Streit herrscht, und Versöhnung zu wagen, wo Verletzungen entstanden sind.

Lass uns darauf vertrauen, dass dein Reich kommt und deine Gerechtigkeit siegen wird. Bis dahin mache uns zu Werkzeugen deines Friedens.

Amen.
 

Manfred Hohmeier


 


 

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