Herzlich willkommen!

Liebe Gemeinde!

 

Besser eine Hand voll mit Ruhe, als beide Fäuste voll mit Mühe und Haschen nach

Wind."(Prediger 4,6). So lautet die Losung für den Monat September.

Losung für September
Bildrechte Manfred Hohmeier (KI-basiert)

Wir alle kennen das Gefühl: Der Tag ist komplett verplant, der Kopf ist voll, neue Aufgaben drängen sich auf - und trotzdem haben wir oft das Empfinden, noch nicht genug geschafft zu haben. Also machen wir weiter. Noch eine Aufgabe. Noch eine Nachricht. Noch ein Termin. Noch ein Ziel, das es kurzfristig zu erreichen gilt. Und irgendwann sind beide Hände voll. Druck lastet auf uns.

Doch Salomo stellt uns eine erstaunliche Frage: Was, wenn ein immer mehr, nicht auch ein immer besser ist?

In der Losung heißt es: „Besser eine Hand voll mit Ruhe ..."

Eine Hand voll - das klingt nach wenig. Vielleicht sogar nach zu wenig. Die andere Möglichkeit klingt dagegen beeindruckend: beide Fäuste voll. Alles im Griff haben. Viel besitzen. Viel leisten. Viel erreichen. Wie sehr sind wir dabei aber im Aktionismus gefangen? Wie oft handeln wir und denken gar nicht darüber nach?

Aber dann kommt die ernüchternde Beschreibung: Salomo spricht von „Mühe und Haschen nach Wind." Er benutzt dieses Bild vielleicht für Dinge, die wir unbedingt erreichen wollen – Reichtum, Erfolg, Besitz, Anerkennung, Vergnügen oder Einfluss – und die uns trotzdem nicht dauerhaft zufrieden machen.

Wind kann man nicht festhalten. Man kann ihm hinterherlaufen, aber man bekommt ihn nicht zu fassen. Er rüttelt uns durcheinander. Wir sagen: „Wenn ich das noch geschafft habe, dann kann ich zur Ruhe kommen." Aber dann kommt das Nächste, noch immer keine Zeit um inne zu halten, für Ruhe.

Gottes Wort erinnert uns daran: Unser Leben ist nicht dafür gemacht, ständig nur zu funktionieren. Ruhe ist kein Zeichen von Faulheit. Ruhe ist ein Geschenk Gottes. Schon in der Schöpfungsgeschichte lesen wir, dass Gott einen Rhythmus von Arbeit und Ruhe setzt. Und Jesus selbst sagt: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken." (Matthäus 11,28) Jesus sagt nicht: „Strengt euch noch mehr an." Er sagt: „Kommt her zu mir“. Und er sagte zu seinen Jüngern nach getaner Arbeit: „Geht ihr allein an eine einsame Stätte und ruht ein wenig.“ (Markus 6,31)

Vielleicht sind wir manchmal so damit beschäftigt, unsere beiden Fäuste voll zu bekommen, dass wir vergessen, dass Gott uns offene Hände schenken möchte. Damit wir Neues beginnen, mit Ruhe und Abstand aufnehmen können. Eine Hand voll Ruhe bedeutet nicht, dass wir keine Verantwortung mehr übernehmen. Es bedeutet auch nicht, dass wir keine Ziele haben dürfen. Es bedeutet vielmehr: Ich muss nicht alles haben. Ich muss nicht alles schaffen. Ich muss nicht alles kontrollieren. Ich bin auch nicht für alles verantwortlich. Ich darf darauf vertrauen, dass Gott für mich da ist und letztlich alles lenkt.

Vielleicht ist heute genau das bei mir wichtig: eine Sache auch loslassen zu können. Nicht noch einen Termin hineinzupressen. Das Handy bewusst auch einmal wegzulegen, nicht immer online und erreichbar zu sein. Aufzuhören, mich mit anderen zu vergleichen. Vielleicht gibt es in der Ruhe die Gelegenheit, Gott eine meiner Sorgen hinzulegen, die ich schon viel zu lange selbst festhalte, nicht beiseite schaffen kann und jetzt um seine Hilfe bitte. Denn manchmal ist eine Hand voll dessen, was Gott uns schenkt, wertvoller als zwei Fäuste voll dessen, was wir uns selbst erkämpfen.

Schon früh hören wir „Du musst aber noch besser werden. Du musst mehr leisten.“

0der: „Erst wenn du das erreicht  hast, wirst du zufrieden sein, dann bist du wer."

Psalm 37,4 sagt: „Habe deine Lust am HERRN; der wird dir geben, was dein Herz begehrt.“ Sinngemäß sagt er damit: Finde deine Zufriedenheit in mir.

Um das zu erreichen, müssen wir auch einmal innehalten. Eine Hand öffnen. Tief durchatmen, und sagen:

„Herr, ich muss nicht alles selbst machen, selbst festhalten.

Ich muss nicht allem hinterherlaufen.

Ich darf darauf vertrauen, dass du bei mir bist,

Und ich darf darauf vertrauen, dass du für mich sorgst."

Vielleicht ist das die wesentliche Aussage in der Septemberlosung.

Nicht die vollsten Hände machen ein erfülltes Leben - sondern ein Herz, das in Gottes Nähe, in seinen Händen zur Ruhe gekommen ist und dadurch auch die Kraft für immer Neues hat! Ein Gedanke, den wir bei der Zusammenlegung unserer Gemeinden zu neuen Regionalgemeinden sicherlich auch stets mitnehmen und beherzigen sollten.

 

Ihr

Manfred Hohmeier

 


Der neue CKA (Christuskirche Aktuell) ist online! Hier gleich anschauen!


 

Kinderbibelwoche
Bildrechte Christuskirche
Kinderbibelwoche
Ökumenische Kinderbibelwoche 2026

Vom 8. - 11. September 2026 findet wieder unsere Ökumenische Kinderbibelwoche statt - diesmal zum Thema "Joseph - Gottes Spuren in Ägyptens Sand". Dazu sind alle Kinder von 5 bis 12 Jahren herzlich eingeladen!
Wie jedes Jahr haben wir für euch spannende Geschichten, coole Spiele, kreative Bastelarbeiten, leckere Snacks und eine tolle Tanz-Choreographie vorbereitet. Meldet euch gleich (bis 10.08.) an unter: 
Zum vergrößern des Bildes, dieses anklicken. (Bitte darauf achten, dass die Anmeldung auch online abgeschickt wird.)
Wir freuen uns auf euch!